Fördermittel von Staat & Krankenkassen

02.08.2017 | Rubrik: Ratgeber

Renten- und Krankenkassen unterstützen Menschen auf der Suche, in dem sie ihren Mitgliedern ganzheitliche Methoden anbieten oder finanzieren. Vater Staat engagiert sich ebenfalls in diesem Sinne. Auch hier gilt: es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Seit dem der Gesetzgeber auch im Gesundheitswesen auf Konkurrenz und Wettbewerb setzt, hat sich nicht so viel zum Positiven gewendet. Überall liest man von unnötigen aber lukrativen Eingriffen, Ärzten, die keine Zeit haben und Leistungskürzungen. Man hat den Eindruck, dass der Wettbewerb nicht unbedingt die Qualität fördert. In einigen Aspekten kann man jedoch von frischem Wind sprechen. Früher hatten Menschen, die auf Suche nach der eigenen Mitte waren und dabei finanzielle Unterstützung von Renten- oder Krankenkassen, Staat oder Arbeitgeber brauchten, praktisch nur die Option Autogenes Training. Da hat sich doch einiges geändert in den letzten Jahren. Das liegt vor allem daran, dass Arbeitgeber, Krankenkassen und Gesetzgeber erkannt haben, dass es sich um eine Win-Win-Situation handelt. Studien haben bewiesen, dass Menschen, die sich aktiv um Körper, Geist und Seele kümmern, weniger krank und deutlich produktiver sind. Diese Leute sind für die Kassen wirtschaftlicher als Chips- und Schokolade-Essende Stubenhocker, die oft an chronischen Krankheiten leiden, übergewichtig sind und Herz-Kreislauf-Probleme haben. Darauf haben die Unternehmensberater aufmerksam gemacht und so bieten immer mehr Kassen diese Leistungen an und hoffen einen Teil dieser spirituell Interessierten und weniger kranken Menschen zum Kassenwechsel bewegen zu können. Ähnlich wie mit dem Thema Erstgespräch beim homöopathischen Arzt, vergessen die Kassen ihre schulmedizinischen Vorbehalte und zeigen sich nicht ganz uneigennützig von ihrer grosszügigen Seite. Sie werben ganz offensiv mit Yoga, Tai Chi & Qigong, Rückentraining oder MBSR und hoffen damit möglichst viele dieser lukrativen gesetzlich Versicherten ansprechen zu können. Obwohl fernöstliche Entspannungstechniken, Homöopathie und Yogareisen nicht zu den Kernkompetenzen einer gesetzlichen Krankenkasse gehören, wurden diese alternativen Methoden aus Gründen des Marketings bewusst in den Leistungskatalog eingefügt. Für Zuschüsse von ca. 80 € im Jahr bekommen die Kassen mehr und lukrativere Kunden. Da funktioniert der Wettbewerb ganz im Sinne des Erfinders. Der bürokratische Aufwand für die Anerkennung ist relativ gross, so dass viele Studios und Anbieter den Aufwand scheuen. Andere bauen die Kollaboration mit den Krankenkassen bewusst in ihr Konzept ein. Für die Schickimicki-Studios in Berlin, Frankfurt, München und Hamburg sind die Beträge einfach zu niedrig. Es geht primär nicht um das Wohlbefinden der Versicherten, sondern um die Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Krankenkassen. Einige unterstützen sogar mehrtägige Präventionskurse in ganz passablen Hotels und schöner Umgebung. Diese Präventionskurse beschäftigen sich mit ganzheitlicher Gesundheit und zeigen den Teilnehmern, wie man sich vor gewissen Krankheiten schützt. Denn Vorbeugen ist bekanntlich besser als Heilen. Bei Interesse fragen Sie am besten Ihre Krankenkasse nach den Präventionskursen. Es ist auf jeden Fall ratsam das Angebot nüchtern zu analysieren, denn die Kassen wissen mittlerweile auch, wie sie diese Kurse erfolgreich vermarkten. Oft kann es sinnvoll sein, sich bei der Rentenversicherung nach einer Kur zu erkundigen. Falls es klappt, übernimmt die Rentenversicherung alle Kosten und zahlt Ihr Gehalt weiter. In den Kurkliniken werden die gängigen fernöstlichen Entspannungsmethoden wie Yoga, Qigong & Tai Chi, aber auch MBSR und Feldenkrais angeboten. Auf der anderen Seite hat der Markt in den letzten Jahren eine Vielzahl an Möglichkeiten der staatlichen Förderung dazubekommen. Im zweiten Teil des Beitrages werden wir versuchen die wichtigsten vorzustellen.

Fördermittel von Staat & Krankenkassen Teil 2

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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