International Yoga Day – Weltyogatag

14.06.2017 | Rubrik: Yoga

Am 21. Juni wird weltweit der International Yoga Day begangen, der auf einer Resolution der Vereinten Nationen von Dezember 2014 beruht. Dabei kann man sich durchaus die Frage stellen, ob dieser Tag wirklich gebraucht wird oder nur als Aufhänger für Werbeaktionen dient.

Am 21. Juni wird der International Yoga Day, der Weltyogatag auf allen fünf Kontinenten gefeiert. Obwohl das Datum von der UNO, also von höchster Stelle, initiiert wurde, bleibt die Frage nach dem Sinn dieses Gedenk- oder Aktionstages oder dient es wieder nur dem Kommerz, wie wir es vom Valentinstag kennen. Am 14. Februar vervielfachen Blumen- und Pralinengeschäfte durch intensive Werbung ihren Umsatz. Auch Juweliere freuen sich über deutlich erhöhte Einnahmen. Die Yogazeitschriften und esoterischen Magazine erfinden Werbebeilagen zum Yogatag, mit eigenen Preislisten für Yogazentren und Yogareisen. Die Lobbyverbände vermarkten, was sich gut verkaufen lässt, ganz egal, ob es einen höheren Zweck erfüllt oder nicht. Bis vor nicht allzu langer Zeit stand Yoga für eine indische Philosophie, die in ihrer Gesamtheit von Idealisten vermittelt wurde. Die meisten hatten ein profundes Wissen, das sie sich in zahlreichen Asienreisen und langjähriger Beschäftigung mit dem Yogasutra angeeignet hatten. Das kann man wunderbar am Yogavidya Chef Volker Bretz sehen, dessen Artikel über verschiedene Aspekte des Yoga wirklich spannend und lesenswert sind. Gleichzeitig steht Volker Bretz wie kein anderer für die Kommerzialisierung des Yoga, was so gar nicht mit Gemeinnützigkeit und Steuerbefreiung seines Projekts zusammenpasst: In 4 Wochen zum Yogalehrer oder Yogareise zum Schnäppchenpreis bei Groupon. Er produziert eine Armee von Yogalehrern und betreibt sein Franchise-Projekt wie eine steuerbefreite Möbelfabrik. Das ist die eine Seite des Kommerzes. Die andere sind Yogastudios, die auch im Franchisemodus wachsen und ihr Haus wie eine Wellnessoase betreiben. Beides hat wenig mit Yoga zu tun, ist aber sehr lukrativ. Die Lager sind völlig unterschiedlich, so dass sie sich nichts wegnehmen und gut nebeneinander existieren können. Dazu kommt noch eine Vielzahl an Yogamagazinen, gedruckt oder online oder beides, die sich nur mit Werbung und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen. Es ist eigentlich ein Witz, dass die Kritik an der Gemeinnützigkeit von Yogavidya von unserem Block ausgeht und nicht von den zahlreichen Print- und Online-Magazinen, die sich dem Yoga widmen. Alle haben Angst ihren besten Anzeigenkunden zu verlieren. Es gibt eine Menge Schreiber, Journalisten, Blogger oder Chefredakteure in der Szene, aber keiner hat den Mut kritisch zu hinterfragen, ob man gerade auf einem guten Weg ist. Man schreibt von A wie Asanas bis Z wie Zahlungsbedingungen in den strengen AGBs der Yogastudios und immer sehr wohlwollend. Die öffentlichen Diskussionsrunden der Yogaverbände gehen fast ausschliesslich ums Geschäftliche. Gerade hier in Berlin kann man die Kommerzialisierung des Yoga am besten erleben. In den angesagten Szene-Vierteln macht man Yoga und ernährt sich vegan, mehr nicht. Natürlich gibt es auch genug Idealisten, die ein traditionelles Yogaverständnis haben und auch die geistigen Werte und die meditative Praxis der indischen Lehre vermitteln. Man muss sie nur suchen und findet sie bestimmt nicht in den Hochglanzmagazinen. In diesen Publikationen ist die wunderbare Sache Yoga in den letzten 15 Jahren zum reinen Geschäft degradiert.

Im zweiten Teil des Artikels geben wir Ihnen noch einen Überblick über die verschiedenen Yogarichtungen, die bei uns in den Studios angeboten werden.

International Yoga Day – Weltyogatag Teil 2

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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