International Yoga Day – Weltyogatag Teil 2

19.06.2017 | Rubrik: Yoga

Ist der Weltyogatag nur ein weiterer Werbe- und Gedenktag, den eigentlich keiner braucht oder kann man ihn als Anregung nehmen, um sich intensiver mit unserer ganzheitlichen Gesundheit, also von Körper, Geist und Seele, auseinanderzusetzen.

International Yoga Day – Weltyogatag Teil 1

Da das Angebot an Yogastudios und Yogaurlaub kaum noch zu überschauen ist und jeden Monat ein neues Studio mit einer neuen Richtung aufmacht, hier noch ein paar Tipps. Was heute einwöchige Yogareisen sind, war früher ein monatelanger Aufenthalt im Ashram in Indien, Nepal oder auf Sri Lanka mit all den beruflichen Konsequenzen. Im Preis-Leistungs-Verhältnis sind Yogavidya und Sivananda kaum zu schlagen, obwohl man die Art, wie beide Vereine mit ihrer Gemeinnützigkeit umgehen, durchaus hinterfragen sollte. Man sollte sich auch darüber im Klaren sein, das niemand in 4 Wochen zum Yogalehrer wird. Gleichzeitig hat man in den 4 Wochen eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema zu einem schwer zu unterbietendem Preis.

Wie angekündigt, noch eine Listung der in unseren Breitengraden häufig angebotenen Yogastile, von denen die meisten vor nicht allzu langer Zeit aus den Vereinigten Staaten zu uns kamen. Was so viel bedeutet, dass die hiesige Yogapraxis mehr von Amerika beeinflusst ist als von Indien. Die einzelnen Formen sind nicht unbedingt kompatibel.

    Hatha-Yoga
    Hatha-Yoga ist der Überbegriff für die vielen modernen Yogarichtungen, die sich hauptsächlich mit Asanas und Atem beschäftigen und ab und zu auch Meditation anbieten. Es geht darum die Körperwahrnehmung zu verbessern, ruhig zu werden und die Atmung zu vertiefen.

    Ashtanga-Yoga
    Ashtanga-Yoga ist eine relativ strenge Form für körperbewusste und fitnessorientierte Bewohner einer Grossstadt. Die Asanas werden konsequent in fester Reihenfolge wiederholt. Die Dehnbarkeit wird erhöht, der Atem vertieft. Ashtanga-Yoga hat Überschneidungen mit einem guten Fitnessprogramm.

    Sivananda-Yoga
    Sivananda-Yoga ist eine Form des Hatha-Yoga, die zur Abwechslung mal aus Indien kommt und in den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts vom indischen Arzt Swami Sivananda entwickelt wurde. Die beiden grössten Anbieter in Mitteleuropa Yogavidya und Sivananda unterrichten Sivananda-Yoga und bilden zusammen jedes Jahr fast 2000 neue Yogalehrer aus. Die Bedeutung von Sivananda-Yoga nimmt also jedes Jahr zu.

    Bikram Yoga
    Beim Bikram Yoga oder Hot Yoga praktiziert man Asanas in einem künstlich aufgeheizten Raum, so dass der Körper schwitzt und Kalorien verbrennt. Ob und wie gesundheitsfördernd diese Form des modernen Yoga ist, darüber gibt es geteilte Meinungen. Hot Yoga ist auf jeden Fall die seit ein paar Jahren angesagte Form in unseren Grossstädten und hat nur wenig von seiner Popularität verloren.

    Kriya Yoga
    Beim Kriya Yoga gehen die Teilnehmer einen sehr ursprünglichen und indischen Weg der alten Lehre. Kriya Yoga ist eine ganzheitliche Form, die den Bezug zum Yogasutra sucht und wird in unserer schnelllebigen Zeit nicht mehr so oft angeboten. Das spricht aber nicht gegen die Methode.

    Jivamukti-Yoga
    Beim Jivamukti-Yoga merkt man schnell, dass es aus Amerika kommt. Jede Übung ist optimiert und hat ihren Sinn. Jivamukti-Yoga ist eine körperlich sehr anspruchsvolle und bewegliche Form. Das Yoga für den gestressten Bewohner einer Metropole, der Übergang zum Fitnesscenter ist fliessend. Die Deutsche Fussballnationalmannschaft macht Jivamukti-Yoga.

    Yin-Yoga
    Yin-Yoga kommt natürlich auch aus Amerika und ist ein sehr sanftes und, wie der Name schon sagt, eher weibliches Yoga. Yin-Yoga ist bei älteren Menschen und Anfängern sehr beliebt, da die Übungen sanft und schonend praktiziert werden. Man lässt sich Zeit, achtet in Ruhe auf seinen Atem, Knochen und Gelenke werden nicht unnötig strapaziert. Eine weniger ambitionierte Form des Yoga.

    Tantra-Yoga
    Beim Tantra-Yoga begeben sich die Teilnehmer auch mit Partnerübungen in die Schnittstelle der mehrere Tausend Jahre alten indischen Lehren Tantra und Yoga. Wer sich für so etwas interessiert, kann sich das Buch Geheimnisvoller Tantra-Yoga vom US-amerikanischen Yogalehrer Mukunda Stiles besorgen.

    Acro-Yoga
    Acro-Yoga wurde Anfang des 21. Jahrhunderts in Kalifornien entwickelt und beinhaltet Asanas, Thai Massage und Therapeutisches Fliegen. Die meisten Übungen sind Partnerübungen mit dem Ziel das Körpergefühl zu verbessern, Vertrauen zu gewinnen, loszulassen und zu entspannen. Acro-Yoga war vor ein paar Jahren stark im Kommen, hat sich nicht so recht durchsetzen können.

    Lachyoga
    Was es nicht alles gibt; man sieht es ziemlich oft an Volkshochschulen und in kleineren Yogastudios. Lachyoga wurde vor 20 Jahren in Indien von einem praktischen Arzt und Yogalehrer erfunden, der mit seinen Schülern den Weg von einem künstlichen Lachen in ein echtes Lachen praktizierte. Sein Motto: Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind, sondern wir sind glücklich, weil wir lachen.

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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