Geistige Brandstifter in Kirchen und städtischen Hallen

21.11.2016 | Rubrik: Verschwörungstheorien

Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral! Immer mehr Veranstaltungen der Neuen Rechten finden in kommunalen Hallen oder in evangelischen Kirchen statt. Werden die Verantwortlichen darauf angesprochen, antworten sie entweder gar nicht oder sie behaupten nichts davon gewusst zu haben. Das war nach 1945 nicht anders und ist heute genauso erbärmlich wie damals.

Am 26. und 27. November treffen sich in der Medio.Rhein.Erft Halle in Bergheim bei Köln braune Esoteriker, antisemitische Verschwörungstheoretiker und andere geistige Brandstifter zum Querdenkenkongress 2016. Lange Zeit hat Veranstalter und Rudolf Hess Verehrer Michael Vogt den genauen Ort geheim gehalten und von der Stadt Köln gesprochen um den zu erwartenden Protest klein zu halten. Beim letztjährigen Kongress im hessischen Friedberg sind neben den üblichen Verdächtigen die ehemalige Ms. Tagesschau Eva Herman, der Rechtspopulist Rüdiger Dahlke und der esoterische Musiker Lex von Someren aufgetreten. Der Geschäftsführer der städtischen Medio.Rhein.Erft Halle Stefan Holzporz behauptet nun, er habe von der Ausrichtung der Veranstaltung nichts gewusst. Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor und ist nicht sehr glaubhaft, denn drei Wochen vorher war mit dem esoterischen Akasha Kongress und den beiden Moderatoren Michael Vogt und Jo Conrad die gleiche Szene bei ihm zu Besuch und auch Lex van Someren tritt gerne in der Halle auf. Die städtische Medio.Rhein.Erft Halle in Bergheim bei Köln scheint unter der Führung von Stefan Holzporz immer mehr zum beliebten Veranstaltungsort der braunen Verschwörungstheoretiker und völkischen Esoteriker zu werden und die Stadtverwaltung schaut da ganz entspannt zu. Nun will Geschäftsführer Holzporz die Einnahmen des Querdenken Kongress für eine Benefizveranstaltung verwenden. Auch das ist erbärmlich und vor allem soll er die Einnahmen vom Akasha Kongress gleich dazurechnen. Allgemein kann man beobachten, dass beim Geld die ethischen und moralischen Zweifel bei kommunalen und kirchlichen Organisationen schnell an ihre Grenzen stossen. So startet der holländische Musiker Lex van Someren in diesen Tagen seine Deutschlandtournee und tritt dabei hauptsächlich in protestantischen Kirchen auf. Natürlich können die evangelischen Gemeinden das Geld gut gebrauchen und auf die Musik reduziert ist der esoterische Schmalz eher ungefährlich. Auf der anderen Seite pflegt Lex van Someren gute Kontakte zur völkischen und braunen Szene, tritt vor Nazis auf, bewirbt seine Konzerte, Workshops und Seminarreisen auf der Querdenkenseite von Michael Vogt und gibt den Internetsendern der Szene regelmässig Interviews. Da sich beide grossen christlichen Kirchen in der Zeit zwischen 1933 und 1945 nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, sollten sie Berührung und Überschneidung mit der Neuen Rechten vermeiden und bei solchen Typen klare Grenzen ziehen.

Hier einige Beispiele:

    * Dreieinigkeitskirche in Nürnberg
    * Lukaskirche in Dresden
    * Gewandhaus Leipzig
    * Apostel-Paulus-Kirche in Berlin
    * Passionskirche in Berlin
    * Kulturkirche Altona in Hamburg
    * Markuskirche in Hannover
    * Lutherkirche in Osnabrück
    * Lutherkirche in Köln
    * Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn bei München
    * St. Johanniskirche in Würzburg
    * Friedenskirche in Ludwigsburg
    * Forum KLOSTER in Gleisdorf
    * Offene Kirche Elisabethen in Basel

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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