Filmtipp: The Music of Strangers – Yo–Yo Ma & The Silk Road Ensemble

23.09.2016 | Rubrik: Ratgeber

Dokumentation über den weltberühmten Cellisten Yo—Yo Ma, der mit seinem Seidenstrassenorchester einen noch nicht gehörten Klangkörper zusammengestellt hat und dem es damit gelingt gleichzeitig Körper, Geist und Seele zu erreichen. Ein leidenschaftliches Plädoyer für kulturelle Vielfalt, gegenseitiges Verständnis und für ausserordentlich gute Musik. Sehr zu empfehlen!

Das Silk Road Ensemble des bekannten Cellisten Yo-Yo Ma setzt sich aus Musikern zusammen, deren Heimat Länder an der sagenumwobenen Seidenstrasse (silk road) sind und die aus den verschiedensten Gründen nicht mehr da leben, wo sie geboren und aufgewachsen sind. Grossartige Musiker aus unterschiedlichen Regionen treffen sich und spielen auf traditionellen und fast vergessenen Instrumenten einen wunderbaren Crossover zwischen Klassik und Worldmusic. Wer offen ist für besondere Musik, jenseits von U2 und Scorpions, wird an den virtuosen Protagonisten des Films garantiert viel Freude haben. Neben Yo–Yo Ma, dem Gründer des Silk Road Ensemble, lernen wir Musiker wie den Iraner Kayan Kalhor, die Spanierin Cristina Pato, den Syrer Kinan Azmeh und die Chinesin Wu Man kennen. Jeder von Ihnen kommt aus einem anderen Land und steht für einen umwerfenden und in der Form nur sehr selten zu hörenden Sound. Sie erzählen von der liebevollen, schwierigen und intensiven Beziehung zu ihrer Heimat, auch wenn die meisten gar nicht mehr da leben können. Die Energie dieses musikalischen Vulkans beschreibt Yo-Yo Ma folgendermassen:

    An der Nahtstelle zwischen den Kulturen drängt das Neue hervor

The Music of Strangers vom Oscar-prämierten Regisseur Morgan Neville ist nicht nur ein absolut sehenswerter Musikfilm, er transportiert auch eine wichtige Botschaft: in Zeiten, in denen man in fast ganz Europa mit Rassismus und des Forderns von Grenzzäunen Wahlen gewinnen kann, sagt Yo-Yo-Ma:

    Die Grundidee von Kultur ist nicht so sehr, Traditionen zu konservieren, sondern sie lebendig zu halten und weiterzuentwickeln.

Was so viel bedeutet, dass wir das Fremde auch als Chance sehen können und nicht als Bedrohung und dass wir uns nur auf diese Art und Weise weiterentwickeln werden. Jeder dieser genialen Musiker erzählt seine ganz persönliche Geschichte, die viel Leid und viel Schönes beinhaltet. Und alle zusammen ergeben sie ein wunderbares Ganzes. Am Ende schwebt man leicht und glücklich, tänzelnd und mit etwas Hoffnung aus dem Kino.

Unbedingte Empfehlung für Anhänger der guten Musik und des anregenden Miteinander. Leider nur in sehr ausgewählten Kinos.

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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