Staat zahlt

13.02.2015 | Rubrik: Ratgeber

Der deutsche Staat unterstützt seine Bürger mit verschiedenen Programmen in ihrer Weiterbildung. Die Bandbreite des Angebots geht von persönlich bis zu spirituell.

Die Bildung ist ein hohes Gut in Deutschland und in diesem Sinne fördert der deutsche Staat Arbeitnehmer und Menschen auf Jobsuche. Beim Bildungsurlaub wird in der Zeit des Seminars das Gehalt weiterbezahlt, der Bildungsscheck zahlt bis zu 50% der Seminar-Kosten und mit dem Bildungsgutschein unterstützt das Jobcenter Arbeitslose oder Arbeitnehmer in ihrer beruflichen Weiterbildung. Einige dieser Massnahmen sind unter bestimmten Bedingungen steuerlich absetzbar. Da Bildung in der BRD Ländersache ist, sind die Regelungen von Bundesland zu Bundesland verschieden. Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Sachsen-Anhalt kennen keinen Bildungsurlaub. In Nordrheinwestfalen gibt es Beratungsstellen, die Kurse zur Weiterbildung mit 50% und maximal 500 € unterstützen. In den anderen Bundesländern dürfen Arbeitnehmer jedes Jahr eine einwöchige anerkannte Bildungsmassnahme bei Lohnfortzahlung besuchen. Die Anforderungen variieren ein wenig, besonders in der Mindestanzahl an Wochenstunden. Meistens darf der Anspruch von zwei Jahren zu einem zweiwöchigen Bildungsurlaub zusammengelegt werden. Der Anspruch auf Bildungsurlaub und die zusätzlichen freien Tage ist gesetzlich; trotzdem kann es sein, dass Kollegen und Chefs nicht so begeistert sind, da man vielleicht gar nicht abkömmlich ist. Auf jeden Fall ist das Angebot für spirituelle Workshops und Ausbildungen, die als Bildungsurlaub anerkannt sind, vielfältig. Ein Blick in die Portale lohnt sich. Wird der Bezug zur beruflichen Tätigkeit nachgewiesen, können die Kosten auch steuerlich abgesetzt werden. Bei einer Yogareise im kalten deutschen Winter auf die Kanaren wird der Finanzbeamte mit grosser Wahrscheinlichkeit den Urlaubsaspekt in den Mittelpunkt der Reise stellen. Ein Fitnesstrainer, der sich zum Yogalehrer ausbilden lässt, hat da deutlich mehr Chancen.

Das Land Nordrheinwestfalen hat vor einigen Jahren den Bildungsurlaub durch den Bildungsscheck ersetzt, der von Beratungsstellen auf 50% des Kurspreises und maximal 500 € ausgestellt wird. Die Zielgruppe sind Arbeitnehmer aus kleinen und mittleren Betrieben mit einem zu versteuernden Einkommen von maximal 30.000 € im Jahr. Als qualifizierende Massnahme kann das per Bildungsscheck geförderte Seminar steuerlich abgesetzt werden. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt mit dem Bildungsgutschein Menschen mit und ohne Arbeit bei ihrer beruflichen Weiterbildung. Der erste Schritt hierfür ist ein Termin beim Berater im zuständigen Jobcenter, mit dem man das weitere Vorgehen bespricht. Auch hier ist das Angebot vielfältig. Der Klassiker ist die 4-wöchige Ausbildung zum Yogalehrer. Viele landen bei dieser Variante in Bad Meinberg bei Yoga-Vidya, die zumindest im Preis-Leistungsverhältnis schwer zu toppen sind. Der deutsche Staat unterstützt seine Bürger über gesetzliche Massnahmen wie den bezahlten Bildungsurlaub, über Steuern wie bei der Absetzbarkeit von Weiterbildungsmassnahmen oder mit finanziellen Zuschüssen wie beim Bildungsscheck der Beratungsstellen in NRW oder bei den Bildungsgutscheinen der Jobcenter.

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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