Ganzheitliche Medienlandschaft Teil 3

17.02.2015 | Rubrik: Allgemein

Seriös arbeiten im spirituellen Bereich die Fachzeitschriften und die Independent Magazine. Der Rest betreibt mehr oder weniger schlecht als Journalismus getarnte Werbung. Pop-Spiritualität ist etwas anderes.

Ganzheitliche Medienlandschaft Teil 2

Die kleinste Gruppe sind die unabhängigen Magazine und die Fachzeitschriften. Man kann die wenigen unabhängigen Blätter durchaus lesen, aber echte Qualität ist es nicht; eher passt das Bild vom Einäugigen unter Blinden. Von den Fachzeitschriften, die viele interessante Bereiche abdecken, erscheinen einige nur online, was kein wirkliches Problem ist. Hinter diesen Publikationen stehen Vereine und Verbände und für den Interessierten ist es eine gute Möglichkeit sich über Kurse, Ausbildungen, Vorträge, Trends und vieles mehr zu informieren. Meistens sind diese Fachzeitschriften grafisch sehr einfach gehalten. Eine allgemeine richtungsübergreifende Fachzeitschrift für Yoga gibt es im deutschsprachigen Raum leider nicht. Jeder Verband oder Verein hat seine eigene, obwohl der Markt eigentlich danach ruft.

Der Begriff Pop-Spiritualität ist, auch wenn Connection neben der schweizer Publikation Spuren eins der wenigen eher lesenswerten Magazine in diesem traurigen Markt ist, äusserst unglücklich gewählt. Er ist wertend, arrogant und klingt rückständig. Wolf Schneider bezieht sich auf den Wikipedia (?!) Artikel zu Popmusik, dem Namen wie Bessie Smith, John Lee Hooker, Glen Miller, Bob Dylan, Jimi Hendrix, Pete Seeger. Stevie Wonder, Bob Marley, Johnny Cash und viele andere wirklich grosse Musiker zugeordnet werden. Vielleicht haben die grossen Verlage nur gesehen, wie Magazine im deutschsprachigen Raum ohne echte redaktionelle und relevante Inhalte für knapp 10 € pro Stück 55 Tausend Exemplare verkaufen. Der Gedanke lag nahe, dass sie als erfahrene Macher mit besseren Vertriebswegen, einer kleinen aber existenten Redaktion und pop-spirituellen Inhalten, es locker auf 100 Tausend Stück für nur 5 € bringen. Was hat das mit Bob Dylan und James Brown zu tun? Das Problem ist nicht Pop, sondern fehlende journalistische Qualität und Nichtbeachtung des Pressekodex.

Eine Verbesserung ist in Sicht, wenn die Magazine sich von dem Artikel-gegen-Geld- Image verabschieden. Es kann nicht sein, dass bezahlte Anzeigen den Türöffner in die Redaktionen bedeuten, besonders bei so unappetitlichen Themen wie z.B. der Weg zum eigenen Yogastudio per Franchise, die die Existenz der Betroffenen in Frage stellen. Inhalte mit Substanz kosten Geld und fördern die Leserbindung. Der Unterschied zwischen Connection und Happinez ist gar nicht mal so gross, nicht nur wegen dem gemeinsamen Interesse für Tantra. Eine Qualitätsoffensive würde allen Beteiligten gut stehen.

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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