Krankenkasse zahlt

10.01.2015 | Rubrik: Ratgeber

Was vor vielen Jahren noch undenkbar schien, ist heute Realität: Gesetzliche Krankenkassen unterstützen in ihren Präventionskursen ganzheitliche Methoden wie Yoga, Tai Chi, Qi Gong und vieles andere …

Die Grundlage dafür ist der Paragraph 20 des fünften Sozialgesetzbuches (SGB V – § 20), der 2009 aktualisiert wurde und sich mit der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes beschäftigt. Die Neuregelung ermöglicht den Versicherten die bezuschusste Teilnahme an Präventions- bzw Gesundheitskursen. Neben fernöstlichen Methoden werden Kurse zur Rückenschule, Feldenkrais, MBSR, Ernährungsberatung, Bewegungstraining und vieles mehr gefördert. Die gesetzlichen Krankenkassen versuchen dadurch soziale Ungleichheiten zu vermindern und erwarten, dass die Teilnehmer ihre körperliche und seelische Fitness verbessern und weniger anfällig für die typischen Zivilisationskrankheiten wie Burnout, Depression, Bluthochdruck, Kopf- und Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Übergewicht etc. sind. Die Dozenten sind teilweise wirklich gut.

Wer glaubt, seine Meditationspraxis in Zukunft auf Kassenkosten durchzuführen, wird enttäuscht. Die Kassen beteiligen sich maximal an zwei Kursen im Jahr, und ein Programm wird nur jedes zweite Jahr unterstützt. Diese Minimalforderungen werden von guten Kassen überboten, die sich meistens auch am Folgekurs oder bei mehr als zwei Kursen im Jahr beteiligen, hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Kassen ersetzen ihren Mitgliedern zwischen 75% und 80%; Bedingung ist, dass sie regelmässig teilgenommen haben und der Kursleiter dies bestätigt hat. Die Teilnehmer bezahlen die Dozenten und rechnen nach erfolgreicher und dokumentierter Teilnahme mit der Kasse ab. Anerkannt wird der Dozent und nicht das Studio, der bürokratische Aufwand bis zur Zertifizierung ist beachtlich und schreckt manchen Kursleiter ab. Fernöstliche Entspannungsmethoden wie Yoga, Tai-Chi oder Qi Gong kennen keine offiziell anerkannte Ausbildung. Die Kassen setzen eine berufliche Qualifikation wie Physiotherapeut, Arzt, Sportlehrer oder ähnliches voraus und erwarten eine Zusatzausbildung in der angebotenen Technik. Die im Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen angesiedelte Zentrale Prüfstelle Prävention entscheidet aufgrund dieser Angaben über die Zulassung.

Einige gesetzliche Krankenkassen unterstützen einwöchige Gesundheitskurse für Angestellte, bei denen sich die Versicherten 7 Tage lang, meistens in schöner Umgebung, sehr intensiv mit ihrer ganzheitlichen Gesundheit beschäftigen.

Finanzielle Unterstützung vom Staat gibt es über die Massnahmen Bildungsurlaub, Bildungsscheck und Bildungsgutschein.

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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