Yogalehrer & Yogastudios

29.12.2014 | Rubrik: Ausbildung

Auch wenn der Berufswunsch nicht in Erfüllung geht, die Ausbildung bedeutet eine spannende und intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Yoga.

Nur die wenigsten können nach bestandener Prüfung zum Yogalehrer auf eine feste oder freie Anstellung hoffen. Eine Möglichkeit der Berufsausübung ist ein eigenes Yogastudio zu eröffnen. So thematisiert Yoga Aktuell in Heft 89 kurz vor Weihnachten in einem Artikel den Weg zum eigenen Franchise Yogastudio. Als Autorin firmiert eine Unternehmerin, die Franchisegeberin für Yogastudios ist und natürlich schon länger Anzeigen bei Yoga Aktuell schaltet. Der Yogalehrer ist der Franchise-Nehmer und die erfolgreiche Geschäftsfrau und Besitzerin eines Yogastudios in Frankfurt am Main ist die Franchise-Geberin. Franchise kennt man von McDonalds, Kieser Training oder Jacques Weindepot: Obwohl alle Filialen gleich aussehen, hat jede Location seinen Besitzer, der auf eigene Rechnung und eigenes Risiko arbeitet und die Vorgaben des Franchise Gebers erfüllen muss. Für die Nutzung von Namen und Know-How zahlt der Franchisenehmer einen festen und eher hohen Betrag am Anfang und einen monatlichen, der nach dem jeweiligen Umsatz bemessen wird. Es gibt keinerlei Garantie, dass das Yogastudio, das in Frankfurt gut läuft, auch in Wiesbaden erfolgreich ist. Sollte das Projekt scheitern, muss der Franchise-Nehmer die Gebühren der gesamten Vertragslaufzeit bezahlen; das gilt auch für den Mietvertrag, der in der Regel mindestens über 5 Jahre abgeschlossen wird. Mit Franchisegebühr, Kaution, Umbau und Einrichtung addieren sich schnell mehrere Hunderttausend Euro zusammen und der frisch gebackene Yogalehrer trägt das Risiko ganz alleine. Wenn er Glück hat, hilft ihm nach dem Scheitern seine Familie, oft bedeutet es beim Franchise Privatinsolvenz. Und so wird der Leser der Weihnachtsausgabe von Yoga Aktuell in einem als journalistischer Artikel getarnten PR-Beitrag zu diesem Franchise-Angebot animiert, obwohl das finanzielle Risiko sehr hoch und einseitig verteilt ist. Auch als Chefredakteur sollte man sich noch ab und zu in die Augen schauen. Das Heft liegt noch bis Ende Januar am Kiosk.

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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