Wie buche ich am besten?

29.11.2014 | Rubrik: Ratgeber

Auf der Suche nach der inneren Mitte – Wo soll ich Retreat, Yogareise, Klosteraufenthalt oder Schweigeseminar buchen? Direkt vor Ort, Vermittler oder Veranstalter?

Retreat oder Yogareise direkt vor Ort zu buchen, hat Sie den Vorteil, dass das Geld dort zu 100% ankommt, wo es hingehört. Der zweite Vorteil ist, dass meistens nur eine Anzahlung verlangt und der Rest bei Kursbeginn im Zentrum beglichen wird. Ausserdem kann man leichter und direkter verhandeln als mit Agenturen. Seit geraumer Zeit hört man von spirituellen Zentren, dass die grossen Veranstalter sie mit immer höheren Provisionsforderungen konfrontieren. Im Falle, dass sich ein Zentrum weigert, wird im Nachbarort ein eigenes Haus eröffnet oder damit gedroht. Es gibt einige kleine Veranstalter, die anders agieren, gute Beziehungen zu den Häusern pflegen und die Kunden fair und gut beraten. So lernen Sie im Gespräch, jenseits von Internet und Prospekt, Vor- und Nachteile der einzelnen Seminarhäuser kennen. Wer bei der Entscheidung unsicher ist, sollte diese Option wählen. Die gute und persönliche Beratung ist nur bis zu einer gewissen Agenturgrösse realistisch. Wenn der Katalog zu dick ist, setzen wirtschaftliche Zwänge ein, die dem entgegenstehen. Dazu kommt noch der obligatorische und nicht ganz billige Sicherungsschein, eine Art Versicherung, die das deutsche Reiserecht Reiseveranstaltern vorschreibt und die Sie als Kunden vor unangenehmen Überraschungen schützen soll. Im Falle eines Regressanspruches ist der Veranstalter Ihr Ansprechpartner und nicht das Seminarhaus in Indien oder Sri Lanka. Deutsche Gerichte haben Jahre lang grosszügig Beschwerden von Reisenden nachgegeben, was zu einer Reklamationskultur führte. Die Fraktion dieser Beschwerdetouristen war stets auf Fehlersuche, erhielt z.T. die Hälfte des Reisepreises zurück und amortisierte gleichzeitig die Rechtschutzversicherung. Zum Glück hat sich da die Rechtsprechung etwas angepasst.

Der Unterschied zwischen Veranstalter und Vermittler ist nur juristischer Art und für Sie als Kunde eigentlich nicht zu erkennen. Der Vermittler tritt virtuell zwischen Sie und dem Anbieter. Ihr Vertragspartner ist z.B. das Seminarhaus, nicht der Vermittler. Da sind Regressansprüche, z.B. in Indien, eher schwer durchzusetzen. Das sollte man wirklich nicht überbewerten, auch wenn grosse Agenturen gerne mit dem Sicherungsschein werben. Wenn ein Vermittler mehr als eine Leistung (z.B. Kurs, Unterkunft und Flug) in seinem Paket anbietet, wird er nach dem deutschen Reiserecht automatisch zum Veranstalter. Es ist alles etwas kompliziert und muss sie nicht unbedingt beschäftigen. Dazu kommt, dass der Veranstalter im Gegensatz zum Vermittler verpflichtet ist sein Angebot in Euro auszuschreiben, womit er bei Ländern ausserhalb der Eurozone ein Wechselkursrisiko eingeht, das er sich meistens gut bezahlen lässt. Dadurch werden die Preise im Vergleich zur Direktbuchung oder Buchung per Vermittler um bis zu 30% erhöht.

Fazit: Die günstigste Option ist die Direktbuchung vor Ort, besonders wenn Wechselkurse ins Spiel kommen. Die gute Beratung durch die Agentur kann sehr nützlich sein und Ihnen helfen, den richtigen Ort zu finden. In der Regel treten diese Agenturen als Veranstalter auf..

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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