Taman-Ga schliesst seine Pforten

22.04.2014 | Rubrik: Allgemein

Das bemerkenswerte Seminarzentrum Taman-Ga von Dr. Rüdiger Dahlke stellt seinen Betrieb ein. Was schon länger als Gerücht kursierte, wird traurige Realität. Und ich war nie dort….

Dr. Rüdiger Dahlke ist eine faszinierende Persönlichkeit. Als der liebe Gott das Charisma verteilt hat, stand er vorne und hat ganz laut hier gerufen. Er ist eine echte Führungspersönlichkeit im positiven Sinne. Ich denke, dass der ganze Hype um vegane Ernährung in hiesigen Gefilden ohne ihn und sein Peacefood heute deutlich geringer wäre. Klar, jemand, der sagt, ich glaube nur das, was ich sehe, höre oder fühle, der wird nicht so viel mit ihm anfangen können. Bei anderen Zweifeln empfehle ich den Besuch eines der vielen Vorträge von ihm, die gerne ausverkauft sind und das schon seit Jahrzehnten; er ist faszinierend und hat Klasse. Und er ist geschäftstüchtig. Vorträge, Seminare, DVDs und esoterische Kreuzfahrten, alle gut besucht und Spitzenplätze in den Verkaufsrängen. Er ist der Superstar in der esoterischen Szene.
2010 hat sich Dahlke von dem Geld, das er in den letzten Jahrzehnten verdient hat, ein renovierungsbedürftiges *Weingut im Süden der Steiermark* gekauft, das in den vergangenen Jahrzehnten von Zen-Buddhisten biologisch bewirtschaftet wurde. In zwei Jahren verwandelte er dieses alte Weingut in eines der schönsten Seminarzentren weltweit, in dem die Besitzer mit den Mitarbeitern wohnen, arbeiten und sich auf veganer Basis selbst versorgen. Handwerker, die auch Künstler und Dozenten sind, Köche, die es aus Leidenschaft und Überzeugung tun und alles mit Materialien der Natur. Das Taman-Ga hatte etwas Paradiesisches und war überaus einladend. Ohne viel Luxus und mit grossem Wohlfühlfaktor. Die Preise waren eher im oberen Segment angesiedelt, aber bei diesem Gesamtpaket völlig in Ordnung. Das Projekt Taman-Ga war schon sehr nahe am idealen spirituellen Seminarzentrum. Das Programm mit Fasten, Wandern, Atmung, Yoga, Musik und vielen anderen Klassikern des Meisters war, wie nicht anders zu erwarten, vom Feinsten.
Die Gerüchte über wirtschaftliche Probleme kursierten schon von Anfang an, aber bei dem finanziellen Hintergrund seines Betreibers konnte man davon ausgehen, dass dies kein grösseres Thema sein sollte. Man fand in den esoterischen Medien eine Flut von Artikel von Dr. Rüdiger Dahlke zu allen möglichen Themen, die er wahrscheinlich gegen Werbung für sein schönes Seminarzentrum getauscht hat. Dann wurden Prominente für Vorträge im Taman-Ga gewonnen, die werbewirksam vermarktet werden konnten. Persönlichkeiten wie Aufstellungs-Papst Bert Hellinger oder Fernseh-Pfarrer Jürgen Fliege, beide nicht ganz unumstritten, gehörten dazu. Das klang schon etwas nach Verzweiflung. Und wenige Wochen später das offizielle Aus, das der Besitzer mit der Metapher des *Dornröschenschlafs* auf der Homepage verkündete. Jetzt stehen die Interessenten Schlange, kein Wunder: Wellnesshotels, Bildungsunternehmen etc. Aber, ob die jetzigen Bewohner mit den Tourismusmanagern klar kommen, würde ich mal bezweifeln.

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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