Mit Ayurveda durch den Winter

08.12.2013 | Rubrik: Allgemein

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Die alte indische Heilkunde ist im Vergleich zu manch anderen spirituellen Strömungen und Ernährungslehren undogmatisch und erdverbunden. Für den Winter bietet sie einige Ansatzpunkte, die selbst Unerfahrenen einleuchten und leicht in den Alltag zu integrieren sind.

Es ist kalt. Die Nase fängt an zu laufen, sobald man sie vor die Tür steckt und hinter der nächsten Strassenecke lauert kauernd der nächste Bazillus oder eine Erkältung. Die nasse Kälte und das Schwinden von Licht und Wärme zehren an den Abwehrkräften und schlagen schnell auf das Gemüt. Ziel des Ayurveda ist, die Doshas, die drei essentiellen Lebensenergien, im Gleichgewicht zu halten. Es ist klar, dass die Anforderungen mit der Jahreszeit wechseln. Seit einigen Jahren hat sich ein Wintertrend in unseren hippen, ernährungsbewussten Regionen ausgebreitet: Ayurvedische Teespezialitäten wie frischer Ingwertee, gerne auch mit echter Minze und Honig. Im Café sind sie eine Alternative zu Kaffee, den man im Winter, laut der alten Lehre, ohnehin meiden sollte. Der Konsum stimulierender Substanzen wie Nikotin und Koffein ist in den Sommermonaten verträglicher. Diese ayurvedischen Getränke sind Teil der Kategorie gut, günstig und schnell geniessbar und bewusste Ernährung.

Aber zurück zum Tatbestand und zu Empfehlungen mit Hand und Fuss: So sehr wir Brot lieben, ist es im Winter ratsam warm zu frühstücken. Das Agni, das Verdauungsfeuer, oder schlicht der Stoffwechsel, wird durch Kälte, Wind und Nässe angeregt. Logischerweise denkt kein Anhänger des Ayurveda an ein warmes Frühstück in Form von gebratenen Eier mit Speck. Aber Sie können sich einen nahrhaften Getreidebrei mit Nüssen oder eingelegten Trockenfrüchten gönnen, gerne auch mit Obst und Zimt. Das hält warm und satt bis zum Mittag. Für innere Wärme und Stabilität sorgen zu Mittag reichhaltige Gerichte, die anregend gewürzt sind. Jetzt ist die Zeit für pürierte Suppen, Eintöpfe und Aufläufe. Damit nicht nur von Innen gegen die Kälte und Dunkelheit angekämpft wird, empfiehlt sich entspannendes Yoga und viel Schlaf. Der unruhigen Natur des Vatas sollte man einen geregelten Tagesablauf entgegensetzen. Versuchen Sie zur gleichen Zeit ihre Mahlzeiten einzunehmen und bauen sie bewusst Zeiten der Ruhe und Stille in Ihre Tagesroutine ein, in der sie meditieren oder sich Atem-Übungen widmen.

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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