Asanas machen schön

06.12.2013 | Rubrik: Yoga

Yoga-Magazine sind voll mit Bildern von Menschen, die Sequenzen von Asanas zeigen, durch die ihr Leben grundsätzlich geändert wurde.

Ich stosse in fast allen Yoga-Magazinen auf Bilderfolgen von Yogahaltungen und frage mich ernsthaft, ob Leser dies wollen oder ob es schon als langweilig empfunden wird. Auf der anderen Seite müssten die vielen Seiten voller Asanaablichtungen ersatzweise mit redaktionellen Inhalten versehen werden. Auffallend bei diesen Demonstrationen der Körperbeherrschung sind die perfekten Körper der Yogis und Yoginis: sexy und erfolgreich, wie es der Zeitgeist vorgibt. Irgendwie erinnern diese Fotos an Werbung für ein Fitness-Studio oder an den Wellnessbereich einer luxuriösen Praxis für Physiotherapie. Sogar Yogi Löw und die deutsche Nationalmannschaft praktizieren diese reduzierte Form des Hatha-Yoga und es tut ihnen gut.

Asanas als Teil des Yoga-Sutras

Immer mehr Schauspieler und Prominente publizieren Ihr eigenes Yogaprogramm, gedruckt oder auf DVD, so wie sie es früher mit Diäten und Garantiert Abnehmen gemacht haben. Die Zeiten haben sich geändert und mit ihr der typische Yogi. Aus asketischen Mönchen wurden Studenten, Praktikanten, Bankangestellte und Manager. Alle mit Smartphone und unter Zeitdruck. Trotzdem sollte man die anderen Säulen des Yoga-Sutras von Pantanjali nicht vernachlässigen, besonders die Einstellung zum Dasein, die Atemübungen, die Stille und die Meditation. Das Ziel von Yoga ist innere Freiheit, nicht Schönheit. Und nur, wer in allen Zimmern dieser indischen Lehre arbeitet, kommt der inneren Freiheit näher. Die Yogawelle, die Städte wie Berlin, Zürich, München und Wien überschwemmt, ist eindeutig positiv. Ein bisschen weniger Fitness und ein bisschen mehr Yoga-Sutra wäre wünschenswert.

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Autor: Alexandru Sandbrand-Nisipeanu

Der Autor ist Journalist und Blogger

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